Achtsam schenken an Weihnachten: So wird die Bescherung zu einem gemeinsamen Erlebnis
Das Essen ist vorbei, die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum – und plötzlich geht alles ganz schnell. Papier raschelt, mehrere Päckchen werden gleichzeitig geöffnet und zwischendurch fragt jemand: „Von wem war das noch mal?“ Gerade Kinder sind an Weihnachten oft so aufgeregt, dass sie am liebsten sofort alle Geschenke auspacken möchten.
Dabei kann die Bescherung selbst ein schöner Teil des Festes sein. Wenn ihr euch beim Auspacken Zeit füreinander nehmt, bekommt jedes Geschenk einen eigenen Moment. Alle sehen, was darin steckt, und die Person, die es ausgesucht hat, kann die Freude darüber miterleben.
Achtsam schenken heißt nicht, dass Kinder still sitzen und jedes Geschenk feierlich betrachten müssen. Es darf lebhaft sein, gelacht werden und Überraschungen geben. Ein kleines Ritual hilft euch dabei, die Bescherung gemeinsam zu erleben, statt sie möglichst schnell hinter euch zu bringen.
Erst einmal ankommen
Bevor das erste Geschenk geöffnet wird, könnt ihr zusammen die Lichter am Baum einschalten, ein Weihnachtslied hören oder euch etwas zu trinken holen. Sind alle da und haben einen Platz gefunden, beginnt die Bescherung.
Dann wird reihum ausgepackt. Wer gerade an der Reihe ist, darf sein Geschenk in Ruhe öffnen. Die anderen schauen zu. Besonders für Kinder kann es schön sein, ihr Geschenk danach kurz zu zeigen oder gleich auszuprobieren. Und wer etwas verschenkt hat, erlebt den Moment mit, auf den er oder sie sich vielleicht schon lange gefreut hat.
Wenn ihr etwas mehr Abwechslung möchtet, könnt ihr daraus ein kleines Spiel machen. Dafür braucht es oft kaum Vorbereitung.
Fünf Ideen für eine spielerische Bescherung
1. Wer hat mich beschenkt?
Vor dem Öffnen rät die beschenkte Person, von wem das Päckchen stammt. Vielleicht verrät schon die Verpackung etwas? Oder alle geben einen kleinen Hinweis. Danach wird ausgepackt und das Rätsel gelöst.
2. Weihnachtsmomente teilen
Wer als Nächstes ein Geschenk auspackt, erzählt zuerst von einem schönen Erlebnis aus dem vergangenen Jahr. Das kann ein Urlaubstag sein, ein lustiger Moment zu Hause oder etwas, worauf die Person stolz ist. So entstehen nebenbei Gespräche, für die im Weihnachtstrubel sonst manchmal wenig Raum bleibt.
3. Ein Geschenk aussuchen lassen
Die Person, die gerade ausgepackt hat, sucht das nächste Geschenk unter dem Baum und überreicht es. Dadurch bleiben alle beteiligt, auch wenn sie selbst gerade nicht an der Reihe sind.
4. Geschenke mit kleinen Herausforderungen öffnen
Wie klappt das Auspacken mit Handschuhen? Oder mit nur einer Hand? Für manche Päckchen könnt ihr euch eine lustige Aufgabe überlegen. Achtet darauf, dass sie zum Alter der Kinder passt und niemand unter Zeitdruck gerät. Falls ihr Messer und Gabel als Herausforderung verwendet, nehmt dafür am besten stumpfes Kinderbesteck.
5. Die Reihenfolge auslosen
Schreibt die Namen aller Beschenkten auf Zettel und zieht vor jeder Runde einen Namen. So bleibt spannend, wer als Nächstes an der Reihe ist. Bei vielen Geschenken könnt ihr darauf achten, dass erst alle einmal drankommen, bevor eine neue Runde beginnt.
Wie viel Spiel passt zu eurer Familie?
Nicht jede Bescherung braucht feste Regeln. Für kleine Kinder kann schon das Auspacken nacheinander aufregend genug sein. Bei größeren Kindern oder einer Runde mit Freund*innen und Familie bringen kleine Aufgaben oft zusätzliche Freude.
Ihr könnt auch nur eine einzige Idee auswählen und schauen, wie sie sich anfühlt. Vielleicht zieht ihr Namen, lasst die Aufgaben aber weg. Vielleicht möchtet ihr vor jedem zweiten Geschenk eine Erinnerung teilen. Entscheidend ist, dass das Ritual zu euch passt und genug Zeit bleibt, sich über die Geschenke zu freuen.
Noch mehr Abwechslung mit einem Bescherungswürfel
Wenn ihr die Aufgaben nicht selbst vorbereiten möchtet, könnt ihr die nächste Aktion auswürfeln. Bei „Würfel dich durch die Bescherung“ entscheidet der Würfel, was vor oder während des Auspackens passiert: Mal wird ein Geschenk mit Handschuhen geöffnet, mal einhändig oder mit Messer und Gabel. Bei einer anderen Aufgabe erzählt die würfelnde Person von einem schönen Erlebnis aus dem Jahr.
So bekommt jedes Geschenk seinen eigenen Moment – und die Bescherung wird zu einem Spiel, bei dem alle gemeinsam lachen und zuhören.
„Würfel dich durch die Bescherung“ entdecken
Ob mit Würfel, Namenszetteln oder ganz ohne Spiel: Schon ein wenig mehr Zeit füreinander kann die Bescherung verändern. Denn zur Freude über ein Geschenk gehört auch der Moment, in dem wir sie miteinander teilen.